Pressemitteilung zur Hauptversammlung in Bamberg am 6. Oktober 2012

Direktorenvereinigung fordert vom Staat einen verlässlichen Rahmen, um Bildungsgerechtigkeit flächendeckend zu gewährleisten. Mehr Leitungszeit für die Schulleitungen ist eine Investition, die sich für die Schüler am Gymnasium auszahlt.

Eigenverantwortung und Erweiterte Schulleitung sind die beiden zentralen Begriffe, die der Vorsitzende der Vereinigung der Direktorinnen und Direktoren der Bayerischen Gymnasien (BayDV), Karl-Heinz Bruckner, in seiner Rede bei der Hauptversammlung in Bamberg mehrfach hervorhob. „Es ist Auftrag und Anspruch der Schulleiter, die Qualität des bayerischen Gymnasiums kontinuierlich zu verbessern. Sie gestalten ihre Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen, maßgeschneidert für die jeweilige Schule nach deren individuellem Profil und Standort. „Wir handeln nach dem Subsidiaritätsprinzip,“ so Bruckner. "Was wir vor Ort regeln können, regeln wir in eigener Verantwortung und so lange die Sache läuft, hat sich das Kultusministerium nicht einzumischen. Allerdings muss der Staat insbesondere mit Lehrerstellen und vernünftigen Lehrplänen einen verlässlichen Rahmen schaffen, um Bildungsgerechtigkeit im ganzen Land zu gewährleisten.“

„Wir lassen uns unsere gute Arbeit von niemandem schlecht reden.“

 „Wir stellen uns der Verantwortung, aber die Qualität unserer Arbeit zeigt sich letztendlich im Erfolg unserer Schülerinnen und Schüler und nicht darin, wie etwa die Ausfallstatistik am Gymnasium im Vergleich zur Realschule aussieht,“ so Bruckner weiter. Eigenverantwortliche Schule erfordert es, dass die Verantwortung, insbesondere die Personalverantwortung, auf mehreren Schultern lastet. Die Führungsspanne an Gymnasien beträgt mit 1:100 oft das Zehnfache von der in Unternehmen. Mit der Einführung einer Erweiterten Schulleitung soll diese auf ein vernünftiges Maß von 1:10 abgesenkt werden. Da Personalführung Zeit erfordert, ist die Erweiterte Schulleitung untrennbar mit mehr Leitungszeit verbunden. Die entsprechenden rechtlichen Grundlagen könnten mit der Praxiserfahrung der Direktorinnen und Direktoren schnellstmöglich geschaffen werden.

Beim Einsatz von Steuermitteln ist schonender und ökonomischer Umgang selbstverständlich und erfordert ein effektives und effizientes Schulmanagement. Dazu braucht es Zeit und eine vernünftige Ausstattung. Bruckner klagt: „Noch immer warten wir auf ein vernünftiges Schulverwaltungsprogramm und noch immer erschweren uns übertrieben erscheinende Regelungen des Datenschutzes unsere Arbeit.“

Dass man sich bei Führungs- und Managementaufgaben auch an einem jahrtausendealten Erfolgsmodell orientieren kann, illustrierte Prof. Pater Dr. Karl Wallner OCist anhand von Beispielen aus der Regel des Hl. Benedikt. Kultusminister Dr. Spaenle stand den Mitgliedern der BayDV im internen Teil der Veranstaltung Rede und Antwort auf ihre Fragen.

Die BayDV vertritt den Großteil der Schulleitungen an den 413 Gymnasien in Bayern.  Rd. 387.000 Kinder und Jugendliche besuchen diese Schulart.

Zurück zur vorherigen Seite